3790: Hermann Budzislawski – ein bürgerlicher Sozialist

Ab 1933 gab Hermann Budzislwaski die „Weltbühne“ heraus. Er war 1901 als Kind einer jüdischen Familie in Berlin geboren worden und machte 1919 in Charlottenburg Abitur. In der DDR war er u.a. Direktor der Sektion Journalistik in Leipzig (bis 1978). Nach 1990 wurde er schnell vergessen, obwohl Bertolt Brecht 1947 mit Budzislawski seinen Auftritt vor dem „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ geprobt hatte. Budzislawski war höflich, bürgerlich distanziert, konnte aber politisch auch durchgreifen. Wir können ihn als bürgerlichen Sozialisten sehen, welcher der SPD angehört hatte und auch als „Westemigrant“ (1939 war im die Flucht in die USA gelungen) in der DDR manche Probleme hatte. Hermann Budzislawskis Freundschaft mit Dorothy Thompson zerbrach, als Budzislawski sich für den Stalinismus entschied. Für die Ausbildung von Journalisten hat Budzislawski in der DDR eine überragende Rolle gespielt (Jens Bisky, SZ 15.3.22).

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