Thomas E. Schmidt ermahnt uns in der „Zeit“ (3.2.22), Israel differenziert zu beurteilen:
Ja, sicher, eine Menge läuft schief in der israelischen Gesellschaft, und die Siedlungspolitik befördert den Friedensprozess keineswegs. Doch ist das selbstverständlich nicht Faschismus, wie von BDS behauptet wird, ebenso wenig Kolonialismus oder Apartheid. Diese Wortwahl ist eine methodisch betriebene Übertreibung, eine Verzerrung, weil hostorisch konkrete und hässlichere Dinge mit diesen Begriffen bezeichnet werden, ebenso wie „Genozid“ oder „ethnische S#uberung“ für schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit stehen, abr nicht für die Gründung Israels. Und wenn diese von Historikern eigentlich mit Vorsicht verwendeten Ausnahmebegriffe so tun, als würden sie die heutige Lage im Nahen Osten beschreiben, dann radikalisieren sie die Haltung gegenüber Israel. Jede Form des Protests oder des Boykotts erscheint sodann gerechtgfertigt.