3740: Polen reduziert den Deutschunterricht.

Von den 38 Millionen polnischen Staatsbürgern sind 300.000 Deutsche. Sie haben laut Gesetz Anspruch auf drei Stunden Deutschunterricht pro Woche. Eine Verordnung sieht nun vor, das auf eine Stunde zu reduzieren. Die CDU/CSU spricht von „gezielter Diskriminierung“, die SPD von einem „weiteren Versuch, mit antideutscher Politik innenpolitisch zu punkten“. Das polnische Bundesnetzwerk für Partizipation und Soziales in Deutschland möchte das dadurch gesparte Geld gar nicht haben. „Wir sind nicht damit einverstanden, dass diese Lösungen ohne Gespräche mit uns und ohne Kenntnis der Situation in Deutschland umgesetzt werden.“

Die Änderung der Verordnung soll angeblich „die polnisch-deutsche Symmetrie in den gegenseitigen Beziehungen in Bezug auf die Behandlung der deutschen Minderheit in Polen und der polnischen Minderheit in Deutschland wiederherstellen“. In Deutschland leben 900.000 polnische Staatsbürger. Und mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland haben polnische Wurzeln. Im Gegensatz zu den Sinti und Roma, den Sorben, Friesen und Dänen sind sie aber nicht als Minderheit anerkannt. In Deutschland gibt es die Verpflichtung zur polnischen Sprachförderung etwa in Nordrhein-Westfalen, wo in 70 Städten Polnisch als Schulfach angeboten wird. Es wird allerdings nicht besonders viel gefragt, sondern rangiert unter „sonstige“ Sprachen, während Deutsch in Polen nach Englisch häufig die zweite Fremdsprache ist (Viktoria Grossmann, SZ 8.2.22).

Kommentar W.S.: Was soll die törichte Politik der Beschränkung? Sprachen müssen gefördert werden zur besseren Verständigung, zum Verständnis und zum besseren Miteinander.

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