3271: In der Pandemie verlagert sich die Kriminalität.

In der Pandemie verringert sich die Kriminalität, weil die Menschen mehr zu Hause sind und die Polizei mehr in der Öffentlichkeit agiert. Es gibt „verringerte Tatgelegenheiten“. Die Aussagen hier gründen sich auf die 2020 vom Bundesinnenministerium (BMI), dem Bundeskriminalamt (BKA) und den Landeskriminalämtern publizierten Daten. Bei den Wohnungseinbrüchen gab es bereits von 2015 bis 2019 einen Rückgang bis auf 87.145 Fälle. Die Kriminalität verschiebt sich hin zu Büro-, Arbeits-, Lager- und Verkaufsräumen. In der Zeit des ersten Lockdowns 2020 verringerte sich die Zahl der Delikte insgesamt um 18 Prozent. Die Zahl der Autodiebstähle ging signifikant zurück, stieg aber mit den Lockerungen im Sommer wieder an. Autodiebstähle werden vorzugsweise von professionellen Banden („reisenden Tätern“) begangen, die an einem Ort zuschlagen und dann blitzschnell wieder verschwinden.

Demgegenüber ist die Cyberkriminalität gestiegen. Etwa in Verbindung mit Erpresserschreiben. Im Darknet wird eine große Bandbreite von Waren und Tutorials mit Coronabezug angeboten. Die Zahl der Betrugsseiten hat sich erhöht. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, sagt: „Natürlich sehen wir in vielen Bereichen zurückgehende Fallzahlen. Aber wir müssen von wachsender Kriminalität in Bereichen ausgehen, die überwiegend im Dunkeln liegen und die wir deshalb in der Statistik nicht sehen. Dazu gehören zum Beispiel häusliche Gewalt und Geldwäsche.“ (Nikolaus Doll und Martin Lutz, Die Welt 30.1.21)

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