3126: Dan McCrum („Financial Times“) wird im Bundestag angehört.

2014 hat Dan McCrum („Financial Times“) damit begonnen, sich mit Wirecard zu beschäftigen. Ein Jahr später schrieb er die erste Serie von Artikeln über das Unternehmen, das er dort „House of Wirecards“ nannte. Er blieb an dem Thema dran. Das Ende von Wirecard begann mit einem Beitrag Dan McCrums in der „Financial Times“ vom 30. Januar 2019. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin erstattete aber nicht gegen Wirecard Anzeige, sondern gegen Mc Crum. Das gehört in die Reihe von Fehlverhalten deutscher Behörden in letzter Zeit (z.B. NSU, Anis Amri).

Gegen die Wirecard-Vostände Jan Marsalek und Markus Braun ging die Bafin erst ein Jahr später vor. Im Bundestag soll Mc Crum nun als Sachverständiger angehört werden, nicht als Zeuge. „Vor allem für die SPD hat das den Vorteil, dass McCrum nur hinter verschlossenen Türen auftritt. Alles, was McCrum in öffentlicher Sitzung sagen würde, könnte schließlich peinlich werden für die Bafin. Und vielleicht auch für das vom SPD-Politiker Olaf Scholz geleitete Bundesfinanzministerium, dem die Bafin zugeordnet ist und das von der Anzeige gewusst hatte.“ (Christoph Giesen/Klaus Ott, SZ 5.11.20)

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