Das hat es noch nie gegeben. Melat Kejeta gewinnt für Deutschland die Silbermedaille im Halbmarathon (21,1 km) bei den Weltmeisterschaften im polnischen Gdynia. Mit einem deutschen Rekord. Die 28-Jährige kam kurz nach der Kenianerin Peres Jepchirchi ins Ziel. Vor einem Jahr war die aus Äthiopien stammende Athletin eingebürgert worden. Seit sieben Jahren lebt sie bei uns.
Dabei war das Einbürgern von Athleten stets umstritten. So wie es etwa die Türkei handhabte, die sich regelmäßig Nationalmannschaften zusammenbastelte. Melat Kejeta steht für eine erfolgreiche Flüchtlingspolitik, die Grenzen nicht verschließt. Human vorgeht. Kejeta sorgte zusätzlich dafür, dass das deutsche Halbmarathon-Team die Bronzemedaille gewann. Sagenhaft. Sie soll, was Startgagen und Trainingsgestaltung betrifft, sehr selbstbewusst auftreten (Johannes Knuth, SZ 22.10.20).