3006: Für die russische Opposition: Lager, Knast, Gift

Die medizinische Behandlung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalnyi in der Berliner Charité wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit Oppositionellen in Russland seit langem: Lager, Knast, Gift im In- und Ausland. Das geschieht im Milieu der Geheimdienste, in dem Wladimir Putin zu Hause ist (Jacques Schuster, Die Welt 22.8.20; Reinhard Veser, FAZ 22.8.20). Nur ein paar Beispiele:

1975: Satiriker Wladimir Woinowitsch (Nervengift),

1978: bulgarischer Schriftsteller Georgij Markov (Giftspritze im Regenschirm),

2003: Journalist Jurij Schtschekotschichin (Giftgas),

2004: Journalistin Anna Politkovskaja (Giftgas), erschossen: 2006,

2004: ukrainischer Präsidentschaftskandidat Viktor Juschtschenko (Giftanschlag),

2006: Alexander Litvinov (in London liquidiert mit einem radio-aktiven Stoff),

2015: Boris Nemzov (erschossen),

2015 und 2017: Wladimir Kara-Mursa (zwei Giftanschläge).

Wladimir Kara-Mursa hat überlebt. Er wurde von Julian Hans für die SZ (24.8.20) interviewt:

SZ: Warum wählen die Geheimdienste Gift, um politische Gegner zu beseitigen?

Kara-Mursa: Erst einmal lässt sich Gift besser leugnen, als wenn einer erschossen wird, wie mein enger Freund Boris Nemzow 2015. …

SZ: Sie engagieren sich jetzt wieder in Russland und reisen durch das Land. Was tun Sie, um sich zu schützen?

Kara-Mursa: … Ich konnte nur meine Familie schützen. Meine Frau und meine drei Kinder leben in den USA.

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