Niklas Frank, 81, war lange Jahre Journalist beim „stern“. Er ist der Sohn des 1946 in Nürnberg als Hauptkriegsverbrecher hingerichteten Hans Frank, des Generalgouverneurs im besetzten Polen. Niklas Frank war stets ein Mann der klaren Worte, was ihn positiv auszeichnete. Jetzt hat er einen Wutanfall bekommen. Verständlicherweise. Das reicht für sein Buch
Auf in die Diktatur! Die Auferstehung meines Nazi-Vaters in der deutschen Gesellschaft. Ein Wutanfall. Bonn (J.H.W. Dietz Nachf.) 2020, 176 S. 12 Euro.
Frank variiert seine These, die Deutschen hätten die Verbrechen zwischen 1933 und 1945 nie verarbeitet, sondern erfolgreich verdrängt. Dabei hat er alle Fakten und Details auf seiner Seite. Heute spricht das für die AfD. Hier und da hätte man sich etwas mehr Systematik gewünscht. Aber die Analyse stimmt. So unerfreulich das auch ist (Robert Probst, SZ 15.6.20).