Im Alter von neunzig Jahren ist Hermann Schreiber gestorben, einer der großen deutschen Journalisten nach 1945. Beim „Spiegel“ (seit 1964) gehörte er zu den vier Redakteuren, die dort mit Namen auftreten durften. Für eine kritische Vietnam-Reportage bekam Schreiber 1966 den Theodor-Wolff-Preis. Er schrieb Bücher über Willy Brandt, Henri Nannen und Philip Rosenthal. 1979 wechselte er zu Gruner & Jahr, wurde Chefreporter, dann Chefredakteur von „Geo“. Am stärksten aber trat er vierzehn Jahre lang mit Kollegen auf als Moderator der NDR-Talkshow. Informiert, soigniert, souverän (Willi Winkler, SZ 16.4.20).