Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, setzte den „synodalen Weg“, die Reformbemühungen der katholischen Kirche, gleich mit dem Ermächtigungsgesetz der Nazis von 1933. Mit dem Ermächtigungsgesetz, dem „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ vom 24. März 1933, erteilte der Reichstag Adolf Hitler die pauschale Befugnis, ohne Zustimmung Gesetze zu erlassen. So wurde der Weg zur NS-Diktatur geebnet. Anscheinend weiß Müller das nicht. Er ist auf unsachliche und polemische Äußerungen spezialisiert. Als 2010 die zahlreichen Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche bekannt wurden, bezichtigte Müllere Journalisten einer kirchenfeindlichen Haltung ähnlich der der Nazis. Müller will anscheinend zurück in die schlimmen alten Zeiten.
Müller repräsentiert die katholische Kirche nicht, sondern nur ihren reaktionären Flügel. In der Kirche gibt es sehr viele kluge, fromme und menschenfreundliche Gläubige, die von Reaktionären wie Müller bekämpft werden (Annette Zoch, SZ 6.2.20).