2546: Offener Brief gegen die Aberkennung des Nelly-Sachs-Preises

Mehr als 250 internationale Autoren haben in einem offenen Brief die Aberkennung des Nelly-Sachs-Preises an die britisch-pakistanische Autorin

Kamila Shamsie

kritisiert. Zu den Unterzeichnern des Briefs in der „London Review of Books“ gehören Noam Chomsky, Michael Ondaatje, Arundhati Roy, Barbara Ehrenreich, George Saunders, Alexander Kluge und J.M Coetzee. Die Autoren fragen, was ein Literaturpreis bedeute, wenn er das Recht untergrabe, sich für Menschenrechte und Redefreiheit einzusetzen.

Die Autoren zitieren eine Erklärung von vierzig (40) jüdischen Organisationen, laut der es „sowohl dem palästinensischen Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit als auch dem globalen Kampf gegen Antisemitismus“ schade, wenn man „antijüdischen Rassismus mit Kritik an Israels Politik“ vermische. Diese Vermischung bewahre Israel davor, sich an den Standards der universellen Menschenrechte und dem Völkerrecht messen zu lassen.

Kamila Shamsie sollte den Nelly-Sachs-Preis für ihre Romane erhalten, weil diese „auf vielfältige Weise Brücken schlagen“. Kurz darauf hatte sich herausgestellt, dass Shamsie die Organisation

„Boycott, Divest & Sanctions“ (BDS)

unterstützt, die im Mai 2019 vom Bundestag als antisemitisch eingestuft wurde. Der nach der jüdischen Lyrikerin und Nobelpreisträgerin Nelly Sachs benannte Preis wird alle zwei Jahre von der Stadt Dortmund verliehen. Laut Satzung soll er Persönlichkeiten würdigen, die „überragende schöpferische Leistzungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen und die insbesondere eine Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern zum Ziel haben“. (FXS, SZ 24.9.19)

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