Am 1. September sind Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg. Die Parteien sind hochnervös. Der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident und Ex-SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck, der aus Krankheitsgründen aus der Politik ausscheiden musste, trägt eigene Erkenntnisse dazu vor. Er mache bei vielen Gesprächen in seiner Heimat eine „eigentümliche Stimmung“ aus. Viele Kränkungen der Ossis aus den neunziger Jahren drängten erst jetzt – zeitverzögert – an die Oberfläche. Die Menschen seien trotz guter Wirtschaftsdaten in Brandenburg von der Demokratie enttäuscht. Die „Erotik der Demokratie“ komme im Osten nicht an. Viele Bürger wendeten sich ab, die als ehrenamtliche Gemeinderatsmitglieder sich dafür eingesetzt hätten, sinnvolle politische Vorhaben zu beschließen. Später hätten sie dann erleben müssen, dass einer dagegen geklagt habe und dann alles umsonst gewesen sei. Jetzt stehe man vor der Frage, wie das alles repariert werden solle (Kerstin Gammelin, SZ 20.8.19).
Ja, liebe Ossis, das ist der Rechtsstaat.