2490: Zum Tod von Donn Alan Pennebaker

Der 1925 geborene Donn Alan Pennebaker gehörte seit Anfang der sechziger Jahre in den USA zur Gruppe des „Direct Cinema“ („New Cinema“). Das waren Dokumentaristen, deren Erfolg auf der neuen, leicht laufenden, leisen Kamera beruhte, mit der man dicht dran sein konnte, ohne zu stören. Zur Gruppe gehörten auch Richard Leacock (1921-2011) und Albert Maysles (1926-2015). Der zentrale Film dieser Gruppe war

„Primary“ (1960),

in dem die Vorwahl bei den Demokraten zwischen Hubert Humphrey und John F. Kennedy gezeigt wurde. 1992 war es dann Bill Clinton, der im Mittelpunkt stand. Beim „Direct Cinema“ war der O-Ton wichtig, er verbürgte Authentizität. Am besten beschrieben hat das

Klaus Wildenhahn

in seinem Buch: Zum synthetischen und dokumentarischen Film. Erweiterte Neuauflage, Frankfurt 1975, S. 145-166.

Mit dem „New Cinema“ wurde die Ära der Robert Flaherty (1884-1957), Walter Ruttmann (1887-1941), John Grierson (1898-1972) und Joris Ivens (1898-1989) endgültig überwunden.

Pennebaker hat sich besondere Verdienste um den Musikfilm erworben. Er zeigt in „Don’t look back“ (1965), wie Bob Dylan Joan Baez und Donovan abservierte. Er war insofern wichtig für die „Kulturrevolution“ der sechziger Jahre. Das Monterey Pop Festival 1967 stand „in seiner Regie“. Simon and Garfunkel hatten ihren ersten großen Auftritt. Es spielten außerdem u.a. Jefferson Airplane, Jimi Hendrix und – nicht zuletzt – The Who. Hendrix wurde mit „Wild Thing“ (von den Troggs) als neuer Pop-Gott geboren. Donn Alan Pennebaker ist nun im Alter von 94 Jahren in Kalifornien gestorben (Willi Winkler, SZ 5.8.19).

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