Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) hat gestern bekanntgegeben, dass Daniel Barenboim bis 2027 Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden bleibt. Er war ja kürzlich wegen seines autokratischen Führungsstils schwer in die Kritik geraten. Zunächst anonym hatten mehrere Musiker Barenboim vorgeworfen, sie auf den Proben systematisch fertiggemacht zu haben. Dabei habe es Demütigungen gegeben bis „unter die Gürtellinie“. Dann meldeten sich einige Kritiker namentlich zu Wort. Etwa der Solopauker Willi Hilgers, der heute an der Bayerischen Staatsoper verpflichtet ist.
Lederer war den Vorwürfen gemeinsam mit dem Staatsopernintendanten Matthias Schulz nachgegangen. Die Vorwürfe hätten keinerlei rechtliche Relevanz. Es sei der große Wunsch der Beteiligten, die erfolgreiche Zusammenarbeit miteinander fortzusetzen und gemeinsam für ein besseres Kommunikationsklima zu sorgen. Orchestervorstand Susanne Schergaut betonte: „Wir möchten uns unser Verhältnis zu unserem Chef nicht von außen erklären lassen.“ (Julia Spinola, SZ 5.6.19)