Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer, hat mitgeteilt, dass seine Fraktion auf 299 Wahlkreisen und damit 299 direkt gewählten Abgeordneten beharre. Bereits jetzt gebe es Wahlkreise, die größer als das Saarland seien. Alexander Dobrindt (CSU) meinte, es wüssten doch alle, dass direkt gewählte Abgeordnete „eine andere Präsenz“ in ihren Wahlkreisen hätten als Listenabgeordnete. Das könne man bei den Grünen sehen, deren Fraktion fast vollständig aus Listenabgeordneten bestehe. Dort könne man „gefühlt“ feststellen, „dass die Hälfte der Fraktion in Berlin lebt“.
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte einen Vorschlag zur Verkleinerung des Bundestags gemacht. Er war zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Verkleinerung innerhalb der gewünschten Vorgaben nur mit weniger Wahlkreisen möglich sei. Er plädierte für eine Reduktion auf 270. Außerdem sollten die ersten 15 Überhangmandate nicht mehr durch Ausgleichsmandate kompensiert werden. CDU/CSU-Fraktionschef Ralf Brinkhaus sprach sich dafür aus, bei der Gesamtmandatszahl des Bundestags „einen Deckel nach oben einzuziehen“. Dieser könne etwa bei 630 Abgeordneten liegen, sagte der Wahlrechtsexperte der Union, Ansgar Heveling. Von dieser Grenze an solle es keine Ausgleichsmandate mehr geben. Bei den aktuellen Mehrheitsverhältnissen würde dieser Vorschlag die Union bevorzugen (Robert Rossmann, SZ 10.4.19).