Bei der Bundestagswahl 2013 hatten die Linken eine knappe Mehrheit. Aber nur, weil der sozialdemokratische Kanzlerkandidat Peer Steinbrück eine Koalition mit den Linken (der Partei) ausgeschlossen hatte. So kriegte die SPD 25,7 Prozent, sonst hätte sie weniger bekommen. 2017 schloss Martin Schulz ein Linksbündnis nicht aus, da kriegte Rot-Rot-Grün schon keine Mehrheit mehr. Beide Politiker sind inzwischen vergessen.
Der Rückzug Sahra Wagenknechts, den wir persönlich bedauern mögen, macht uns klar, dass ein Linksbündnis gegenwärtig keine Mehrheit hat. Nicht im Parlament und nicht in den Umfragen. Das ist sehr gut so. Denn was wir brauchen, ist eine Bundesregierung, die die Verwerfungen im Westen (NATO, EU) hauptsächlich wegen der Politik der USA gemeinsam mit anderen überwindet. Dazu können wir keine Europa-Gegner, ökologischen Illusionisten und Putin-Freunde gebrauchen.
Die Linken können zur Zeit nicht von den hohen Verlusten anderer profitieren. Protestwähler ziehen trotz deren Parteispendenaffäre zur AfD. Gute Nacht! Die SPD steht sich selbst im Weg, weil sie nicht nur in der Regierung ist, sondern zugleich eine Oppositionsrolle spielen will. Das klappt nicht. Mit dem Rückzug Sahra Wagenknechts haben die SPD und die Linke die Ausrede verloren für die mangelnde Anziehungskraft der gesamten Linken (Nico Fried, SZ 13.3.19).
Bei der nächsten Bundestagswahl wird mit entscheidend werden, wer mehr Stimmen bekommt, die SPD oder die Grünen. Dann sehen wir weiter.