1. Am Anfang des Jahres hat der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Hans-Peter Bartels (SPD), seinen Bericht abgegeben. Der Zustand der Bundeswehr ist trostlos.
2. Der Verteidigungsetat beträgt 43,2 Milliarden Euro pro Jahr.
3. Es mangelt an der persönlichen Ausstattung der Soldaten. Es fehlen etwa Helme, Stiefel, Schutzwesten, Fliegerkombis, Ganzjahresjacken, Pullover, Schirmmützen. So ist die geplante „Vollausstattung“ bis 2031 nicht zu schaffen.
4. Die Flugbereitschaft, die den Regierungs- und Staatsflugbetrieb abwickelt, ist nicht voll einsatzbereit.
5. Viele Soldatinnen und Soldaten, die ihren Dienst hauptsächlich im Sitzen ausüben, arbeiten auf Stühlen, die Rückenbeschwerden verursachen.
6. Bartels sieht das Hauptübel im „Bürokratielabyrinth“. „Wir verwalten uns zu Tode.“
7. Beide Tanker der Bundesmarine fallen mit Motorschäden aus.
8. Die U-Boote sind nicht voll einsatzbereit.
9. Das Desaster bei der Reparatur der „Gorch Fock“ ist symptomatisch. Dort hat sich der Preis von zehn auf 135 Millionen Euro verdreizehnfacht.
10. Im Berichtsjahr 2018 haben sich 2.534 Soldatinnen und Soldaten mit persönlichen Eingaben an den Wehrbeauftragten gewandt.
11. Es hat 170 meldepflichtige Ereignisse gegeben wie Rassismus und Hakenkreuzschmierereien.
12. 18 Soldatinnen und Soldaten sind wegen rechtsextremistischer Einstellung aus der Armee entlassen worden.
13. Die Zahl der Meldungen wegen sexueller Belästigung sind deutlich gestiegen.
14. Ein Gefreiter, der sich zu einer betrunkenen, schlafenden Soldatin ins Bett gelegt und an ihr gerieben hatte, wurde aus dem Dienst entfernt.
15. Viele Fälle von sexueller Belästigung lassen sich nicht aufklären, weil Zeugen fehlen.
16. Es fehlt der Bundeswehr an Attraktivität. Die Zahl der Neu-Eintritte ist 2018 um 3.000 gesunken auf 20.000 Frauen und Männer (Mike Szymanski, SZ 30.1.19).
Kurzkommentar W.S.: Es gibt gewiss einige, die sich über den desolaten Zustand der Bundeswehr freuen. Pazifisten und andere, über deren politische Verortung ich hier den Mantel des Schweigens breite. Insgesamt ist die Armee in einem Zustand, der Verantwortungsbewusstsein bei den dafür Zuständigen vermissen lässt. Auch Frau Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Unhaltbar ist der Zustand der Bundeswehr insbesondere angesichts des verantwortungslosen Agierens der USA in der NATO. Auch darüber freuen sich einige. Wir müssen sie im Auge behalten.