2292: Bruno Ganz ist tot.

Seine Weltkarriere  begann der 1941 in Zürich geborene Bruno Ganz Anfang der sechziger Jahre am Jungen Theater in Göttingen an der Geismarlandstraße. Zeit seines Lebens hat Ganz mit den größten Berühmtheiten des Theaters und Kinos zusammengearbeitet. Zunächst mit Kurt Hübner und Peter Zadek in Bremen, dann an der von ihm selbst mit begründeten Schaubühne in Berlin mit Peter Stein und Klaus Michael Grüber. Das waren künstlerische Aufbrüche ins höchste Format. Begleitet wurde er dabei von Schauspielern wie Edith Clever, Jutta Lampe und Michael König. Nie verlor er ganz seinen schweizerisch eingefärbten Tonfall (Jürgen Kaube, FAS 17.2.19).

Bald eroberte Bruno Ganz auch den internationalen Film. Wo er mit Regisseuren wie Ridley Scott, Wolfgang Petersen, Wim Wenders, Eric Rohmer, Francis Ford Coppola, Jonathan Demme und Alain Tanner zusammenarbeitete. 1996 bekam Ganz den Ifflandring als Zeichen für den besten deutschsprachigen Theaterschauspieler (nach dem Testament von Josef Meinrad). Er war der Lieblingsschauspieler von Botho Strauß. Thomas Bernhard widmete ihm 1974 „Die Jagdgesellschaft“ („Für Bruno Ganz, wen sonst?“). Christine Drössel (SZ 18.2.19) beschreibt, wie Ganz agierte: „begabt mit einer emotionalen Intelligenz, die seinen Figuren etwas sehr Menschliches, oft Zartes, Melancholisches gab und ihnen auch immer ein Geheimnis beließ.“ Zuletzt habe ich Bruno Ganz 2018 als Sigmund Freud in der Robert-Seethaler-Verfilmung von „Der Trafikant“ im „Lumière“ gesehen, dem ehemaligen Jungen Theater in Göttingen.

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