2280: Klimaschutz nicht gegen Artenschutz ausspielen.

In den vergangenen 30 Jahren ist ein Großteil der heimischen Insekten verschwunden. Und es gibt nur noch halb so viele Vögel wie Ende der achtziger Jahre. Beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ geht es nicht nur ums Bienensterben, sondern ums

Sterben der Arten.

Betroffen sind nicht nur die Honigbienen, sondern 570 Wildbienenarten, die für die Bestäubung von Pflanzen minestens genau so wichtig sind.

Ursache der Fehlentwicklung ist hauptsächlich die intensive Landwirtschaft. So wissen Vogelschützer, dass die Zahl der Vögel, die auf Feldern brüten und dort ihr Futter suchen, wesentlich stärker zurückgegangen ist als die der Waldvögel. Der großflächige Einsatz von Insektiziden tut sein Übriges.

Insofern ist es vollkommen schlüssig, den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft zu fordern, in der die Bauern keine Pestizide verwenden. Es ist richtig, hier einen Anfang zu machen. Hilfreich sind auch Blühstreifen an Feldrändern. Sie helfen nicht nur Bienen, sondern auch den Vögeln. Mehr Brachflächen würden helfen. Aber in der EU geht der Trend in die Gegenrichtung. In Deutschland liegt nur 1,7 Prozent der Ackerfläche brach. Um die Jahrtausendwende waren es bis zu zehn Prozent.

Auf vielen ehemaligen Brachflächen werden Raps und Mais angebaut, sogenannte Bioenergiepflanzen, die unter anderem zu Biodiesel und Biogas verarbeitet werden. Das verringert zwar den Ausstoß von CO2, doch es schadet dem Artenschutz. Bei vielen Arten sind die Rückgänge seit 2007 zu konstatieren, als die EU die Förderung von Brachflächen gestoppt hat.

Politisch falsch wäre es, den Klimaschutz gegen den Artenschutz auszuspielen wie das etwa immer wieder bei den Konflikten geschieht zwischen Klimaschützern, die in Windenergie investieren, und Artenschützern, die Windräder fanatisch bekämpfen. Das wirkt lächerlich und schadet den ökologischen Programmen insgesamt (Tina Baier, SZ 1.2.19).

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.