2214: Die Islamverbände führen einen Kampf gegen den liberalen Islam.

Ahmad Mansour, 42, stammt aus Israel. Er ist Psychologe und Experte für Islamismus. Er gehört zu einer neuen Islam-Initiative. Dazu hat ihn Jochen Bittner für die „Zeit“ (22.11.18) befragt. Ich bringe hier Auszüge aus seinen Antworten.

„Wir wollen der Heterogenität der Muslime hierzulande Ausdruck geben, also Alternativen schaffen zum konservativen und politischen Islam. Wir zeigen, dass es in Deutschland Muslime gibt, die ihre Relgion säkular und im Einklang mit Demokratie und Menschenrechten verstehen.“

„Ich kenne keinen islamischen Verband in Deutschland, der Kritik am Islam übt. Oder am Patriarchat. Oder am Antisemitismus.“

„Kritische Muslime wie Mouhannad Korchide oder Seyran Ates werden ständig diffamiert. Und der Islam, der heute Europas Jugendkultur prägt, ist definitiv nicht liberal.“

„Ich glaube, der Bundesregierung ist immer noch nicht klar, was Integration sein soll. In Gesprächen mit Staatssekretären hatte ich oft den Eindruck, Integration ist für sie Arbeit minus Kriminalität plus Sprache. Das reicht nicht. Wo bleiben die Werte unserer Gesellschaft? Viele Migranten entwickeln Ängste, wenn sie sich mit dem Pluralismus in Deutschland konfontiert sehen. Diese Ängste müssen angesprochen werden. Sonst entsteht eine Distanz, die bis hin zur Abwertung der Mehrheitsgesellschaft führen kann.“

„Wir sind eine vielfältige Gesellschaft, und das ist gut so. Aber nicht jede Kritik an religiösen Symbolen stellt die Religionsfreiheit infrage. Ich wünsche mir Neutralität für Vertreter des Staates, also keine Kopftücher, keine Kreuze, keine Kippas für Lehrer.“

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