Donald Trump prahlt, er täuscht, er manipuliert und er diffamiert. Das unterscheidet ihn noch nicht von anderen Politikern. Es verbindet ihn mit anderen Autokraten. Damit sollen einmal andere Menschen getroffen werden, Konkurrenten. Damit soll aber auch der Begriff der geteilten Wirklichkeit zerstört werden. Das zielt hauptsächlich auf den freien Journalismus. Denn zu seinen Aufgaben zählt es,
„Wahrheit von Lüge, Wissen von Vermuten, Information von Verschwörungstheorie zu unterscheiden. Das mag nicht immer perfekt gelingen. Es mag immer wieder Fehler, Irrtümer und menschliches Versagen geben. Aber zweifellos gehören die Recherche, das Suchen nach Quellen, nach Belegen, nach Gründen für eine Aussage oder ein Argument zu jenen Aspekten journalistischer Arbeit, die alle Autokraten besonders verachten, denn darin geht es um Wirklichkeit jenseits ihrer radikalen Subjektivität“.
Für Donald Trump gehören neben den Journalisten und den Medien auch Geheimdienste, das FBI, Richterinnen und Richter zu den potentiellen Feinden, denn sie alle repräsentieren ein demokratisches Gemeinwesen, das allen gehört. Damit fördert er eine Unkultur, in der Briefbomben legitim erscheinen (Carolin Emcke, SZ 27./28.10.18).