2116: Maßnahmen zur Sicherung der Rente

Für die beiden leitenden Forscher und Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher (Präsident) und Johannes Geyer, ist das, was von der großen Koalition zur Rente schon im Koalitionsvertrag vereinbart worden ist, vollkommen unzureichend (SZ 3.9.18). Das aktuelle Rentenniveau von 48 Prozent sei weder großzügig noch auskömmlich. Es bedürfe eines großen Wurfs. Und zwar in wirtschaftlich guten Zeiten wie heute und nicht erst, wenn die Rentenversicherung mit dem Rücken zur Wand stehe. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer komme nicht in Frage. Sie sei eine Mogelpackung, welche die geringen Einkommensbezieher und die Rentner überproportional belaste. Fratzscher und Geyer schlagen fünf Punkte zur Verbesserung der Lage der Rentenversicherung vor.

1. Die Absicherungsfunktion für Menschen mit kleineren Einkommen müsse gestärkt werden. Dazu solle das Äquivalenzprinzip aufgeweicht werden. Es besagt, dass jeder Euro der in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wird, die gleiche monatliche Rentenleistung erzielen soll, unabhängig vom Einkommen der Beitragszahlenden. Menschen mit geringeren Einkommen hätten heute jedoch schon eine um sieben Jahre geringere Lebenserwartung. Dadurch profitierten ständig die Besserverdienenden.

2. Die Erwerbstätigkeit müsse erhöht werden. Insbesondere Frauen dürften durch einzelne Maßnahmen nicht davon abgehalten werden, so viel zu arbeiten, wie sie wollten.

3. Neue Formen der Selbständigkeit etwa wegen der Digitalisierung müssten in der Rentenversicherung abgesichert werden.

4. Das Renteneintrittsalter müsse flexibilisiert werden, damit mehr Menschen auch länger als bis zum vorgesehenen Renteneintritt arbeiten könnten.

5. Angesichts des Scheiterns der Riester-Rente müssten bessere Wege gefunden werden, die private Vorsorge zu stärken.

Kommentar W.S.: ein schwieriges Programm.

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