Die freie Journalistin Andrea Röpke, geb. 1965, hat sich seit den neunziger Jahren auf die Recherche im rechtsextremen Feld spezialisiert. Von Ulrike Nimz (SZ 27.7.18) wurde sie dazu interviewt.
SZ: Wenn das rechte Lager ein Konzept hat, wie mit den Medien umzugehen ist – braucht der Journalismus auch eines?
Röpke: Die AfD ist keine normale Partei. Ihre Sympathisanten werden sich nicht mit Diskussionen in Parlamenten zufriedengeben. Sie wollen das Ende der sozialen und weltoffenen Gesellschaft. Trotzdem sitzen Gauland und Co in jeder zweiten Talkshow. Twittereien werden oft ohne Analyse zur Nachricht. Aus meiner Sicht muss die Berichterstattung entschleunigt und versachlicht werden. Dafür benötigen wir auch Solidarisierung untereinander, in Verbänden und Gewerkschaften. Wenn Kollegen angegriffen oder von Parteitagen ausgeschlossen werden, sollten alle anderen noch viel öfter sagen: Dann macht das halt ohne uns.