2087: Die nächste Bildungskatastrophe

1. Der Australier John Hattie hat umfassend gezeigt, dass es für die Qualität des Bildungssystems auf die Lehrer ankommt. Er hatte 800 Meta-Studien ausgewertet, um festzustellen, was guten Unterricht ausmacht. Andere vermeintliche Förderbedingungen werden überschätzt (kleine Klassen usw.).

2. In Deutschland fehlen demnächst 50.000 Lehrer. Sie können nicht durch Seiteneinsteiger ersetzt werden. In unserem BIldungssystem gibt es heute bereits eine Abwärtsspirale, die über kurz oder lang alle Diskussionen über Unterrichtsqualität, kulturelle Basistechniken und grundelegende Handlungsfähigkeit im Keim ersticken wird.

3. Lehrer werden in Deutschland nicht genug wertgeschätzt. Sie gelten als faul.

4. Es herrscht das irreführende Bild, das man ein Lehrer-Studium nur dann ergreift, wenn es zu „mehr“ nicht gereicht hat.

5. Viele Menschen nehmen an, dass man Lehrer werden will, weil man ein Medizinstudium nicht geschafft hat. Wie lächerlich!

6. Josef Kraus, der langjährige Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, beschreibt einen guten Lehrer: „Ein Lehrer muss seine Fächer souverän beherrschen und lieben. Er muss junge Leute mögen, ohne deren Kumpel sein zu wollen. Er muss gerecht sein. Er darf sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Und er braucht ein solides Nervenkostüm.“

7. Zur Förderung der Digitalisierung brauchen wir ein mit vielen Kompetenzen ausgestattetes Digitalisierungsministerium.

8. Der Unterricht muss hinsichtlich der Methodik und des Verständnisses von Technik anders werden – nicht nur bezüglich der Hardware.

9. Wer gute Lehrer haben will, muss sie verbeamten.

10. Lehrer müssen nach Leistung befördert werden können.

(Christoph Schäfer, FAS 8.7.18; Manuel J. Hartung/Lisa Nienhaus, Die Zeit 12.7.18; Heike Schmoll, FAZ 21.7.18)

 

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.