Am 12. Juli 2018 kommt Margarethe von Trottas Dokumentarfilm
„Auf der Suche nach Ingmar Bergman“
in die Kinos. Wir dürfen gespannt sein, wie die bekannte und erfolgreiche deutsche Schauspielerin und Regisseurin, geb. 1942, („Die bleierne Zeit“ 1981, „Rosa Luxemburg“ 1986, „Jahrestage“ nach Uwe Johnson 2000, Hannah Arendt“ 2012) ihr Vorbild Ingmar Bergman porträtiert.
Der große schwedische Regisseur Ingmar Bergman (1918-2007) kann als der autobiografisch arbeitende, erzprotestantische Seelensucher gelten, der die Themen Gott, Tod, Einsamkeit und Liebe problembewusst und virtuos inszenierte („Sehnsucht der Frauen“ 1952, „Die Zeit mit Monika“ 1953, „Abend der Gaukler“ 1953, „Das siebente Siegel“ 1957, „Wilde Erdbeeren“ 1957, „Die Jungfrauenquelle“ 1959, „Das Schweigen“ 1963, „Persona“ 1966, „Szenen einer Ehe“ 1973, „Von Angesicht zu Angesicht“ 1976, „Herbstsonate“ 1978. „Fanny und Alexander“ 1982). Ich hätte die größte Lust, hier noch viel mehr über Bergman zu schreiben. Er war das große Vorbild für Woody Allen, geb. 1935. Wie Bergman bei neun Kindern von sechs Frauen in der „Me too“-Debatte „abgeschnitten“ hätte, muss hier offen bleiben.
Margarethe von Trotta ist von Katja Nicodemus und Adam Soboczynski für „Die Zeit“ (28.6.18) interviewt worden:
Zeit: Glauben Sie, dass eine Überfigur wie Ingmar Bergman heute noch denkbar ist?
Trotta: Diese quasireligiöse Verehrung und Ikonisierung ist, glaube ich, Vergangenheit. Heute fühlt man sich einem Künstler nicht mehr so überschwänglich verpflichtet.
Zeit: Bergman nahm Ihren Film „Die bleierne Zeit“ in die Liste seiner Lieblingsfilme auf.
Trotta: Als wir einmal gemeinsam in einer Jury waren, erzählte er mir, dass er „Die bleierne Zeit“ gesehen habe, als er in einer schweren Krise steckte. Danach habe er wieder den Mut gefasst, Filme zu machen, und drehte „Fanny und Alexander“. …