Die Fußball-WM benutzt Russland dazu, Sozialleistungen zu kürzen. Damit verschärft sich die Krise, seit das Land vor vier Jahren in eine Rezession gestürzt ist. Die sozialen Einschnitte sind die härtesten seit der Jelzin-Ära. Das
Renteneintrittsalter
wird für Männer von 60 auf 65 Jahre angehoben, für Frauen von 55 auf 63 Jahre. Und zwar schrittweise schon von 2019 an. Gleichzeitig wird die
Mehrwertsteuer
erhöht von 18 auf 20 Prozent. Das erhöht die Preise, die schon in Folge der Rubelschwäche in den letzten jahren stark gestiegen sind. Dazu sollten wir wissen, dass die durchschnittliche Rente in Russland etwa 200 Euro beträgt. Und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt im Unterschied zu Deutschland (81 Jahre) bei 72 Jahren. Die Russen bekommen also nicht nur eine geringere Rente, sie bekommen sie auch kürzer (Julian Hans, SZ 16./17.6.18).