1950: Michael Rutschky ist tot.

Michael Rutschky (geb. 1943) war u.a. dadurch bekannt, dass er junge Journalistenkollegen gefördert hat. Das war schon in seiner frühen Münchener Zeit als Redakteur beim „Merkur“ und bei „Transatlantik“ der Fall. Rainald Goetz und Jörg Lau sind beispielsweise zwei der sehr erfolgreichen Rutschky-„Schüler“. Lau schildert, wie Michael und Katharina Rutschky dann in Berlin ihr „frei schwebendes Autorenleben“ führten. Und wie sich das Ehepaar Rutschky „Frau Rutschky“ und „Herr Rutschky“ nannte.

Michael Rutschkys Essaysammlung „Zur Ethnographie des Inlands“ (1984) ist für Jörg Lau „Gesellschaftskritik ohne Dünkel und Kulturpessimismus“. Michael Rutschky hielt Abstand zum akademischen Betrieb mit seinen vielen Lächerlichkeiten. In „seiner“ Stadt Berlin war er unterwegs als Flaneur, Filmfan, soziologischer Analytiker und nicht zuletzt als Literaturkritiker. Er hat uns John Updike nahegebracht.

„Über die Bedeutung der ökologischen Frage waren wir uns nie einig. Er sah in der Umweltbewegung nur die irrationale Apokalyptik. Auch meine Skepsis über den heutigen Kurs der USA ging ihm sichtbar zu weit, schließlich hatten die Amerikaner die Befreiung vom deutschen Ungeist gebracht.“ (Jörg Lau, Die Zeit 22.3.18)

Michael Rutschky ist in Berlin gestorben.

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