Sigmar Gabriel (SPD) hat in seiner kurzen Zeit als Außenminister eine gute Figur gemacht. Selbst Jacques Schuster, einer der Sozi-Verächter der „Welt“ (3.2.18), schreibt:
„In nur wenigen Monaten hat es Gabriel verstanden, einen eigenen Ton zu setzen und der Außenpolitik neben dem alles an sich ziehenden Kanzleramt wieder eine eigene Berechtigung zu verschaffen. Die abgewetzte Diplomatenphrase ist ihm genau so fremd wie die Heißluftballons, die Westerwelle und Steinmeier aufsteigen ließen.
Gabriel redet so weit wie möglich offen. Auch scheute er nicht den Konflikt, weder mit selbstbewussten Mächten wie China noch mit Verbündeten wie Israel. Dabei ist er kein Nörgler, Krakeeler und kleinlicher Besserwisser. Eher ein lernbereiter streitbarer Geist. Der Schaden, den er angeblich durch seine Art etwa im deutsch-israelischen Verhältnis anrichtet, wie einige seiner Kritiker glauben, ist kaum zu messen, und wenn doch, dann hält er sich im Gleichgewicht zu der gewachsenen Glaubwürdigkeit, die er der deutschen Außenpolitik mit seiner Gradlinigkeit verschafft. Man kann nicht Ungarns Victor Orban und Polens PiS-Regierung kritisieren, aber ähnlich illiberale Züge der israelischen Regierung übergehen. Jedenfalls nicht, ohne die eigene Linientreue zu verspielen.
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Gabriel würde gern Außenminister bleiben. Sein bisheriges Wirken zeigt, wie schade es wäre, würde er im Sommer wie geplant einen Lehrauftrag an der Bonner Universität übernehmen.“
Der zweite SPD-Minister müsste Martin Schulz sein.