1808: Wolfgang Schimpf setzt seine Kritik an der Schulpolitik fort.

Der Direktor des Max-Planck-Gymnasiums in Göttingen, Dr. Wolfgang Schimpf, setzt seine Kritik an der Schulpolitik fort. Schon am 6. April 2017 hatte er in der FAZ gefordert, die Begabungsförderung zu stärken und den Leistungsgedanken hochzuhalten (hier am 18.4.17 kommentiert unter der Nr. 1531). Nun setzt er sich wieder in der FAZ (14.12.17) mit dem „Triumph des Elternwillens“ auseinander.

Schimpf legt dar, dass allmählich der Elternwille als einziges Kriterium für die Wahl von Schule und Ausbildungsweg gesehen werde. Das sähen auch Verwaltungsgerichte so. Das „Kindeswohl“ bleibe dabei auf der Strecke. Aus politischen Gründen (Wahlentscheidung) nehmen die Verantwortlichen die Eltern durch das Zugeständnis weitreichender Mitbestimmung für sich ein.

Schimpf verweist zu Recht auf die Ergebnisse der Begabungsforschung, die eindeutig zeigten, dass genetische Faktoren für das Leistungsvermögen der Kinder von ausschlaggebender Bedeutung seien. Es gehe nicht, ständig Abstriche an den Leistungsanforderungen vorzunehmen. So könne man keine

Exzellenz

erreichen, von der unsere Zukunft aber tatsächlich abhänge. Ein Teil der neuen Bundesländer, Baden-Württemberg und Bayern setzten noch auf Überprüfungsphasen und Probeunterricht. Andere gäben den Schulen die Möglichkeit, den Wunsch der Eltern im Sinne der Kinder zu korrigieren. Aber der politische Mut zu verbindlichen institutionellen Vorgaben schwinde überall. Den Laufbahnempfehlungen der Grundschulen fehle jede Verbindlichkeit. Am extremsten sei Bremen. Dort ist der Wechsel auf eine andere Schule nur auf Antrag der Eltern möglich.

Schimpf sieht in der Schulpolitik ein föderales Regelungswirrwarr, unüberschaubar, unzumutbar und vollkommen unnötig. „Wer Gymnasien will, muss ihnen das Recht auf Begrenzung des Zugangs, wie es sich im Festhalten am Eignungsvorbehalt ergibt, zubilligen.“ Das kann keine Schule für alle sein, was sie schon unter

Eliteverdacht

bringt. „Ohne dieses äußerste Minimum an Exklusivität wird es die Exzellenz nicht geben, von der Zukunft unserer Gesellschaft abhängt.“

Nachbemerkung von mir:

1. Wolfgang Schimpf hat Recht.

2. Mit denjenigen, die gar keine Leistung, Elite und Exzellenz wollen, brauchen wir nicht zu reden.

2 Responses to “1808: Wolfgang Schimpf setzt seine Kritik an der Schulpolitik fort.”

  1. hd sagt:

    Danke. Hat WS eigentlich Mitstreiter die derselben Meinung sind?

  2. hd sagt:

    Natürlich außer Dir und mir, Wilfried.

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