1781: Verena Stefan gestorben

1975 erschien Verena Stefans Buch „Häutungen“. Es wurde ein bis dahin unvorstellbarer Bestseller. Die 1947 geborene Schweizerin beschrieb darin den Blick des Mannes auf den Körper der Frau. „Häutungen“ versuchte, dem etwas anderes entgegenzusetzen. „Beim schreiben dieses buches, dessen inhalt hierzulande überfällig ist, bin ich wort um wort und begriff um begriff an der vorhandenen sprache angeeckt.“ – lautete der erste Satz.

1972 in Berlin hatte Verena Stefan als Studentin die Gruppe „Brot und Rosen“ mitbegründet, die sich gegen die „Machos“ der 68er-Bewegung wandte. Künftig konnte 1968 auch mit Feminismus zusammengedacht werden. Es wurde der Typ des „Softies“ konstruiert. Das war allerdings nur die zeitgemäße Variante des „Machos“.

Seit 1998 lebte Verena Stefan in Montreal. Sie schrieb 2007 den Roman „Fremdschläfer“, der sich mit Asylanten auseinandersetzte. Stefan entsprach selbst dem Klischee einer harten Feministin keineswegs. In der Sache allerdings blieb sie unerbittlich. Verena Stefan ist in Kanada an Krebs gestorben (Helmut Böttiger, SZ 2./3.12.17).

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