1. Die Besucherzahlen im Reformations-Jubiläums-Jahr bleiben hinter den Erwartungen zurück.
2. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die „Luther-Dekade“ schon so lange läuft.
3. Die Mitgliederzahlen der protestantischen Kirchen gehen ständig zurück, auf Grund der steigenden Einkommen schlägt sich das im Kirchensteueraufkommen noch nicht nieder.
4. Es wurde von der Kirche, dem Bund, von Sachsen-Anhalt relativ viel Geld für das Jubiläum ausgegeben, annähernd eine halbe Milliarde Euro.
5. Auf dem Kirchentag war nur Barack Obama ein Renner.
6. Das Jubiläum findet vor allem in einer der am stärksten entkirchlichten Gegenden der Welt statt, auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.
7. Vielleicht hat die große Zahl der Veranstaltungen dazu beigetragen, den Eindruck zu vermitteln, Luther sei schon durch.
8. Wissen wir, was die Kirche mit dem Luther-Jubiläum eigentlich will? (Ralph Bollmann, FAS 9.7.17)
9. Die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums im Martin-Gropius-Bau in Berlin mit dem Titel „Luther-Effekt“ fand ich persönlich ziemlich mau.
10. Als ich kürzlich mit einer Gruppe Göttinger Protestanten die Lutherstätten in Eisleben und Mansfeld besuchte, wo neben Wittenberg und der Wartburg noch die besten Zahlen geschrieben werden, hatte ich den Eindruck, dass wir von einigen Einheimischen wie Exoten betrachtet wurden, die „wegen dem Luther“ kommen.