Verheißungsvoll erscheint uns auf den ersten Blick das Silicon Valley. Liberal. Dort können junge, begabte Leute mit Start ups reüssieren. Es ist international, keinesfalls national borniert. Multikulturell. Begabung und Leistung zählen hier noch in barer Münze. Also: das Zukunftsmodell einer offenen, innovativen und selbstbestimmten Gesellschaft. Die Silicon Valley-Unternehmer traten weit überwiegend im US-Präsidentschaftswahlkampf für Hillary Clinton ein.
Aber das stimmt gar nicht: De facto führen uns die im Silicon Valley konstruierten Algorithmen für viele unmerklich im Netz in die ökonomische und politische Abhängigkeit. Die meisten bemerken es nicht einmal. Es ist wie so häufig. In den Echokammern werden wir zu den immer gleichen Produkten und politischen Vorschlägen geführt. Antidemokraten werden gefördert und können online hetzen. Manipulation nimmt zu. Propaganda und Lügen (Fake News) werden Tür und Tor geöffnet. Durch Hacking werden Wahlen verfälscht. Viel effizienter als früher schon. Silicon Valley hat sich mit der US-Rüstungsindustrie verbündet. Man lebt wunderbar miteinander und profitiert gegenseitig.
Silicon Valley zeigt das hässliche Gesicht des Kapitalismus. Verkommen, aber propagandistisch auf dem letzten Stand. Dass Hillary Clinton nicht gewählt wurde, wäre ja eigentlich kein Verlust, wenn nicht der noch schlimmere Vertreter gewählt worden wäre.
Silicon Valley kann nur sozialstaatlich gebändigt werden. Das ist dringend erforderlich.