1447: „Gipfel der Poeten“ im Kanzleramt

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hatte zum „Gipfel der Poeten“ ins Kanzleramt geladen. Es ging tatsächlich um die beiden größten Lyriker deutscher Sprache im 20. Jahrhundert: Gottfried Benn (1886-1956) und Bertolt Brecht (1898-1956). Benn starb am 7. Juli 1956 in West-Berlin, Brecht wenige Wochen später am 14. August 1956 in Ost-Berlin. Die Dramaturgin des Deutschen Theaters, Anika Steinhoff, hatte Gedichte und Briefstellen ausgestellt, in denen die Dichter den Frauen nachstellten und aneinander vorbeigingen.

Ein Rätsel gaben einige Zeilen Brechts aus seinen letzten Lebensjahren auf:

„Beim Anhören von Versen/Des todessüchtigen Benn/Habe ich auf Arbeitergesichtern/Einen Ausdruck gesehen/Der nicht dem Versbau galt und kostbarer war/Als das Lächeln der Mona Lisa.“

„Das war, meinten die einen, die späte Anerkennung Benns durch seinen Antipoden. Nein, sagten die anderen, das war die letzte böse Botschaft der Jüngeren an den Älteren, eine Bekräftigung aller Absagen an die bürgerliche Dekadenz, …“ (Lothar Müller, SZ 27.1.17).

Urteilen Sie selbst.

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