Als 1930 in den USA der Unmut über ausländische Importe wuchs, unterzeichnete der Präsident den „Smoot Hawley Act“. Das Gesetz erhöhte die Zölle auf ausländische Produkte drastisch. Andere Nationen überall reagierten sofort und sperrtenn ihrerseits Importe. Dieser protektionistische Wettlauf führte dazu, dass der Welthandel bis
1933
auf ein kümmerliches Drittel schrumpfte. Die Weltwirtschaftskrise nahm Millionen Menschen die Arbeit und verhalf Diktaturen an die Macht. In Deutschland führte sie zu
Adolf Hitler.
Donald Trump versprach im Wahlkampf, Importe aus China und Mexiko mit drastischen Zöllen zu belegen. Das Handelsabkommen TTP mit elf asiatisch-pazifischen Nationen stoppt er. Der Vertrag sollte 18000 Handelshemmnisse für eine Gruppe von Ländern wegräumen, die 40 Prozent aller Waren der Erde produzieren. Schottet Trump die USA wirklich ab und antworten andere Nationen entsprechend, werden wir die Erde bald nicht wiedererkennen. Nach Schätzungen des Münchener Ifo-Instituts würde die US-Wirtschaft um kaum fassbare
zehn Prozent
einbrechen.
Trumps Sieg demonstriert den Unmut über stagnierende Einkommen und wachsende Ungleichheit. Dadurch wird klar, dass auch wir in Europa die Früchte der Globalisierung besser verteilen müssen. Mehr an Mittelstand und Wenigverdiener, weniger an Reiche.
Protektionisten wie Trump helfen den Unzufriedenen nicht. Sie fällen nur die Bäume, auf denen die Früchte wachsen (Alexander Hagelüken, SZ 23.11.16).