1229: Buchenwald: die neue Dauerausstellung

Neben „Auschwitz“ ist „Buchenwald“ die Chiffre, die für das System der deutschen Konzentrationslager und den Massenmord der Nationalsozialisten steht. Gelegen unmittelbar bei Weimar (Goethe und Schiller), der heimlichen deutschen Kulturhauptstadt. Ich war schon zu DDR-Zeiten mehrmals da. Es war auch seinerzeit schon ein würdiges Erinnerungsmal, wenn auch mit der marxistisch-leninistischen (kommunistischen) Schlagseite der Legende von der Selbstbefreiung des Lagers durch deutsche Kommunisten („Nackt unter Wölfen“). Aber ich konnte lernen, dass der Vorsitzende der deutschen Kommunisten (KPD), Ernst Thälmann, dort kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs mit Genickschuß ermordet worden war.

Seit 1990 wird die Geschichte Buchenwalds aufgearbeitet. Seit langem ist dabei der Gedenkstättenleiter Volkhard Knigge verantwortlich. 1995 hat er eine erste historisch korrekte Ausstellung gestaltet. Dabei wurden auch die

Sinti und Roma, Homosexuellen und Zeugen Jehovas

einbezogen. Das Lager wurde von 1945 bis 1950 von der UdSSR als Internierungs- und Sterbelager geführt.

Nun gibt es in Buchenwald eine neue Dauerausstellung. Sie verfolgt andere Ziele. „Historische Kenntnisse dürfen nicht vorausgesetzt werden. Die Ausstellung solle, so Knigge, interessant sein für jeden Jugendlichen, aber auch für jeden Professor. Alles Schreckliche, was in Buchenwald geschah, müsse so dargestellt werden, dass es nicht dem Voyeurismus dient, der sich am Leid anderer berauscht.“ (Franziska Augstein, SZ 18.4.16)

 

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.