1003: Sinkewitz: Anti-Doping – ein schlechter Witz

Der internationale Radsportverband UCI hat ein internes Reinheits- und Aufklärungsprogramm aufgesetzt, die sogenannte Circ-Kommission. Dort sollten alle heiklen Themen der Vergangenheit und Gegenwart aufgearbeitet werden. Vernommen werden sollte auch Patrik Sinkewitz, der deutsche Fahrer, der 2006 und 2011 des Dopings überführt worden war. Sinkewitz war aussagebereit. Aber die Circ-Kommission hat es nicht zu einem Gespräch kommen lassen. Thomas Kistner hat Patrik Sinkewitz dazu befragt (SZ 25./26.7.15).

SZ: Hat sich nach Ihrer Einschätzung im Bereich der verbotenen Leistungshilfen mit Dopingmitteln Grundlegendes geändert im Vergleich zu der Zeit, als Sie noch aktiv waren?

Sinkewitz: Das Umfeld ist dasselbe geblieben. Das sagt doch eigentlich alles.

SZ: Sie meinen die Sportdirektoren, Ärzte und Betreuer?

Sinkewitz: Ich meine das große Ganze. Da hat sich doch personell nichts Grundlegendes geändert. Vom Radsport-Weltverband über die Tour-Organisation bis zu den Rennställen – der ganze Radsport hat sich eigentlich nicht spürbar verändert. Außer den Parolen über eine neue, saubere Generation, die jetzt angeblich am Start ist. Aber solche Parolen gibt es auch schon seit 17 Jahren.

SZ: Die Circ-Mitglieder verweigern auf Anfrage jede Stellungnahme … und verweisen auf eine Verschwiegenheitspflicht, die es geben soll.

Sinkewitz: Ich möchte mit diesen Leuten nichts mehr zu tun haben. Warum sollte ich dort noch Vertrauliches abladen? Niemals mehr, denn es würde eh nichts passieren. Das alles war und ist ein schlechter Witz.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.