Albert Camus (1913-1960), der französische Philosoph und Literatur-Nobelpreisträger von 1957 war ein großer Moralist. Seine Philosophie, die mit dem Existentialismus verbunden war, wird allgemein als
Philosophie des Absurden
bezeichnet. Sie ist angelehnt an Friedrich Nietzsche (1844-1900).
1942 erschien „Der Mythos von Sisyphos“,
1951 „Der Mensch in der Revolte“.
Nach Camus‘ Kurzgeschichte „Der Gast“ hat der französische Regisseur David Oelhoffen nun den Film „Den Menschen so fern“ (mit Viggo Mortensen) gedreht. Darin treffen im Algerienkrieg Daru und ein Mann aufeinander, die einmal Kameraden in der französischen Armee waren. Heute stehen sie auf verschiedenen Seiten. Der Mann sagt: „Daru, ich liebe dich wie einen Bruder. Aber wenn ich dich morgen töten muss, weil du auf der falschen Seite stehst, werde ich das tun.“ (Rainer Gansera, SZ 25.6.15)
Das ist die Moral, der Albert Camus stets widersprochen hat. Niemals darf die Brüderlichkeit irgeneiner „Sache“ (Ideologie) geopfert werden. Das war auch Camus‘ Haltung in der Algerienfrage. Es macht ihn zum Philosophen der Menschlichkeit.