Caitlin Jenner auf dem Cover von „Vanity Fair“ unterstreicht den Transgender-Siegeszug. Als Bruce war sie 1976 in Montreal für die USA Olympiasieger im Zehnkampf. Wie weit die 65-Jährige, die zweimal verheiratet war und Kinder hat, nun Frau ist, hat uns nicht zu interessieren. Sie zeigt jedenfalls klare weibliche Formen. Dies nun wieder stört Feministinnen wie Elinor Burkett, die für die Überwindung von Weiblichkeitsattributen lange gekämpft haben.
Es gibt einen Grundsatzkonflikt zwischen Feministinnen und Transgender-Aktivisten. Einige von ihnen gehen so weit, feministischen Initiativen den Gebrauch des Wortes „Frau“ untersagen zu wollen, weil es diejenigen ausgrenze, die nicht als Frau geboren wurden. Burkett hingegen spricht Frauen, die nicht als solche geboren wurden, den Wissensanspruch über Weiblichkeit ab (Peter Richter, SZ 10.6.15).