930: Große Wirtschaftsnähe der Universitäten ?

Der Soziologe Michael Hartmann stellt fest, dass zwischen 1995 und 2012 der Anteil der Drittmittel an den Hochschuleinnahmen von 13,6 auf 29,2 Prozent gestiegen ist. Bei der Forschung sind es über zwei Drittel. Als abschreckendes Beispiel nennt er den US-Amerikaner Wei-Hock Soon vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik. Der erstellte für insgesamt über eine Million Dollar Studien, die den Zusammenhang zwischen Erderwärmung und CO 2-Verbrauch leugneten, hielt die Finanzierung durch die Ölindustrie aber geheim. Das zeigt, so Hartmann, die Abhängigkeit der Universitäten von der Wirtschaft. Geforscht werde hauptsächlich nicht mehr nach Interesse, sondern nach „Drittmitteltauglichkeit“. Auch Stiftungsprofessuren, die nach fünf Jahren vom Steuerzahler finanziert werden, gehen in diese Richtung.

Anderer Meinung ist der kürzlich wieder gewählte Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, der Chemiker Horst Hippler. Er schreibt: „Niemand sollte es einem Unternehmen aus der Elektrobranche vorwerfen, dass es einen Stiftungslehrstuhl für Elektromobilität sponsert statt einen für Anglistik.“ (Die Zeit 12.3.15)

Genau. Das ist es ja gerade.

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