In NRW regiert Rot-Grün. Das sind ja generell die Parteien, die in Bildungsangelegenheiten nicht auf Qualität, sondern auf Notenlifting setzen. Nun soll Latein für die Lehramtsstudiengänge abgeschafft werden. Die Latein-Pflicht für die Bologna-Studiengänge in Geschichte, Geisteswissenschaften, Religion, Deutsch, Französisch, Spanisch und Englisch ist in anderen Bundesländern schon gezielt aufgeweicht worden.
Viele Politiker sind nicht in der Lage, den Wert des Latinums zu erkennen. Häufig weil sie es selbst nicht haben und nicht kennen. Dabei kann es unter Kundigen keine Frage sein, dass Latein für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fremdsprachen unerlässlich ist. Eine tausendjährige Bildungstradition steht auf dem Spiel. Die grundlegende Bedeutung des Imperium Romanum für Europa wird ohne Not vernachlässigt. Die Latein-Kollegen an den Universitäten sind zu Recht darüber erbost, dass ausgerechnet der Staat die Abschaffung von Latein verordnet (Johann Osel, SZ 3.12.14).
Bochumer Studenten, die sich gegen das Latinum als „Luxuswissen“ ausgesprochen haben, können wir das nicht verübeln, sie sind einfach zu ungebildet. Sie sind eben die Kinder ihrer Eltern mit deren eingeklemmter Sachbearbeiter-Mentalität, die davon überhaupt keine Ahnung haben, was Bildung wirklich ist.
Ich habe den Eindruck, dass hinter all dem Abbau von Bewährtem mit G 8, Bachelor und Master etc. die uralte Angst-Einstellung steht, dass es gar nicht so gut sei, wenn unsere Kinder zu viel wüssten, sie kämen dann nur auf „dumme Gedanken“.
Dabei sind es gerade diese „dummen Gedanken“, die den Kohl fett machen und unsere Gesellschaft verbessern können.