543: Flächendeckendes Ausspähen beschädigt die Literatur und den Journalismus.

Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir flächendeckend ausgespäht und abgeschöpft werden. Aber eine Kleinigkeit ist das nicht. Ilja Trojanow zeigt uns, dass dadurch die Literatur und der Journalismus Schaden nehmen (taz 27.11.13).

Fast ein Sechstel der Autoren in den USA vermeidet bestimmte Themen und übt insofern Selbstzensur. Ein weiteres Sechstel hat das schon einmal ernsthaft in Erwägung gezogen. Was machen Jonathan Franzen und Co. demnächst?

„Auch die Arbeit der recherchierenden Publizisten (unabhängig davon, ob sie dokumentarisch oder fiktional arbeiten) hängt entscheidend davon ab, dass die Anonymität der Interviewten gegebenenfalls garantiert werden kann; es muss sich dabei nicht gleich um Whistleblower handeln. Zeitzeugen öffnen ihre privaten Archive oft nur aufgrund eines Vertrauensverhältnisses, das nur in der Intimität der jeweiligen Beziehung gedeiht.“

„Repression muss keineswegs brutal und aggressiv daherkommen. Im Gegenteil: Die effizienteste Repression ist jene, die dem Einzelnen das Duckmäusertum so schmackhaft macht, dass er sich selbst auf untertänige Diät setzt.“

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