2769: Vom Nachexil

Viele, die ins Exil getrieben wurden, haben davon berichtet, dass sie im neuen Land nicht heimisch wurden und dass das Exil nicht verging. Das tut auch Georges-Arthur Goldschmidt, geb. 1928 in Reinbek bei Hamburg, der mit seinem älteren Bruder 1938 von den Eltern nach Florenz geschickt wurde. Er floh ein Jahr später weiter nach Frankreich. Zuerst wurde er in einem Internat, dann bei einem Bauern versteckt. Er lernte Französisch und nahm am Widerstand gegen die Nazis und die Deutschen teil. Heimisch wurde er nie. Trotz Bildungskarriere und Staatsbürgerschaft. Zur Dankbarkeit fühlte er sich verpflichtet. Und er war von einer Bürde belastet,welche die ihn umgebenden Franzosen nicht kannten. Das können wir nachlesen in Goldschmidts

„Vom Nachexil“.

Göttingen (Wallstein) 2020, 88 S., 18 Euro. (beha, FAS 22.3.20)

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