2743: Ultras: im Kern linke Rassisten

Wer wie wir alten Fußballfans die Entwicklung unseres Sports über Jahrzehnte beobachtet (im Stadion, auf dem Trainingsplatz, vor’m Fernseher), kann über die Zuspitzung der letzten Tage nicht überrascht sein. Im Stadion machen die Ultras die Stimmung. Sie liefern die Kulisse („Choreografie“) für die Vermarktung des Fußballs im internationalen Fernsehgeschäft. Soweit sind sie Verbündete der Vereine.

Sie beklagen aber als Antikapitalisten (also als Linke) die Kommerzialisierung des Fußballs. Und jeder von uns, der es wissen will, kennt die weit verbreitete Korruption und die Käuflichkeit im internationalen Hochleistungssport. Staatssport a la Putin ist keine Alternative. Das ist noch schlimmer, hat aber Verbündete beim IOC, bei Uefa und Fifa. So sind die Dopingspiele von Sotschi (Russland) 2014 zustande gekommen.

Ein großer Teil der Ultras ist gewalttätig, brennt Pyros und vermummt sich. Wie sie ins Stadion kommen, wissen wir nicht genau. Sie sind menschenverachtende Rassisten wie der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland, als er über Jerome Boateng sprach. Der Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp muss sein Gesicht hinter einer Zielscheibe für die kriminellen Fantasien der Ultras herhalten. Ihm gehört unsere Solidarität. Im Grunde ist er nur ein Kollateralopfer.

Die Bundesligavereine, DFB und DFL haben kein Konzept und keine Ahnung. Das wurde ganz deutlich beim Interview des DFB-Präsidenten Fritz Keller (Freiburg) im „Aktuellen Sportstudio“ (29.2.20), wo er von einer ziemlich inkompetenten Frau befragt wurde und keine rechte Antwort wusste. Durchgreifend wären wohl nur Spielabbrüche. Schlimme Zustände (Klaus Hoeltzenbein, SZ 2.3.20; Thomas Kistner, SZ 3.3.20).

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