2670: Harry Kupfer ist tot.

Mit Harry Kupfer (84) ist einer der großen Opernregisseure und Opernintendanten gestorben. Von 1981 bis 2001 war er Intendant der Komischen Oper in Berlin, die er geprägt hat. Dort hatte er viele grandiose „Heimspiele“. Zuletzt noch mit dem Countertenor Jochen Kowalski in Händels „Giustino“. Berühmt machten Kupfer aber seine „Auswärtsspiele“. 1978 „Der fliegende Holländer“ in Bayreuth. Ebenda 1988 „Der Ring des Nibelungen“ mit Daniel Barenboim am Pult. Weltweit bekannt wurden 1995 seine „Meistersinger von Nürnberg“ in Amsterdam. Dabei rehabilitierte er den Beckmesser. Harry Kupfer, ein schlagfertiger Berliner, war auf der ganzen Welt künstlerisch zu Hause. Das ging bis Tokio. Zu seinem Repertoire gehörten auch moderne Opern von Alban Berg, Leos Janacek, Benjamin Britten, Werner Henze und Christof Penderecki.

Gelernt hatte Kupfer in den fünfziger Jahren bei Walter Felsenstein und Karl Riha. Danach folgte ein Zug durch die DDR-Provinz. Dort profitierte er davon, dass er den Umgang mit Chören gelernt hatte. Debütiert hatte er 1971 in der „Hauptstadt der DDR“ mit Richard Strauß‘ „Frau ohne Schatten“ (Wolfgang Schreiber, SZ 2.1.10).

 

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.