2615: Berliner Verleger bei der Stasi

Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ war der neue Verleger der „Berliner Zeitung“ bei der Stasi.

Holger Friedrich

machte sich zum Mauerfall-Jubiläum in einer „Berliner Botschaft“ Gedanken über die ostdeutsche Vergangenheit und den Journalismus der Zukunft. Auf der Website der „Berliner Zeitung“ meldete er sich nach Recherchen von „Spiegel“, „Manager-Magazin“ und „Welt“ selbst zu Wort. Als Unteroffizier der Nationalen Volksarmee (NVA) und inoffizieller Mitarbeiter der Stasi habe er in zwölf Spitzelberichten über 20 Personen berichtet. Er habe aus einer „Notsituation“ heraus gehandelt, weil er wegen „Republikflucht“ verhaftet worden sei. „Sofern ich gefragt wurde oder gefragt werde, gehe ich mit diesen Informationen offen um.“

Die Chefredaktion der „Berliner Zeitung“ teilte mit, man werde sich „sachlich und angemessen“ mit dem Fall auseinandersetzen und „wie bereits in der Vergangenheit unseren Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte leisten“. Der neue Herausgeber Michael Maier sprach davon, dass man der Geschichte von Holger Friedrich mit „einem hohen Maß an Transparenz“ begegnen werde. Mittlerweile hat der „Spiegel“ berichtet, dass die „Berliner Zeitung“ am 8. November über die Erfolgsstory einer ostdeutschen Diagnostikfirma berichtet habe, ohne kenntlich zu machen, dass Holger Friedich dort Aktionär sei und im Aufsichtsrat sitze. Das Unternehmen soll ihm eine Vergütung von 23.000 Euro gezahlt haben (Verena Mayer, SZ 16./17.11.19; wei, FAZ 16.11.19, Uwe Müller/Christian Meier, Welt 16.11.19).

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