Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich klar gegen eine deutsche Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036 ausgesprochen. „Ich halte das nicht für denkbar.“ Die deutsche Olympia-Historie sei belastet mit den Berliner Sommerspielen von 1936. „Wir bekämen eine unsägliche internationale Diskussion und würden damit auch die olympische Idee beschädigen.“ „Wie würde man das in der Welt sehen? Die Deutschen feiern hundertjähriges Jubiläum bezogen auf die Nazi-Olympiade? Das kann nicht sein.“
Gescheitert waren die deutschen Bewerbungen um Olympische Spiele für Berlin (2000), Leipzig (2012), München (2018 und 2022) und Hamburg (2024). Eine private Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ betreibt gegenwärtig eine Olympia-Bewerbung. Beteiligt sind daran 14 Städte.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte sich skeptisch gegenüber einer Bewerbung für 2036 geäußert. Mit einem Konzept Berlin 2036 würde man „die unabdingbar notwendige Begeisterung der nationalen Bevölkerung und der internationalen Sportgemeinschaft für das mögliche Projekt Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland nicht erreichen“.
Bei so gewichtigen Stimmen der Vernunft gegen eine deutsche Olympia-Bewerbung brauchen wir uns wohl keine Sorgen zu machen, dass solch ein unpassendes Projekt wie Olympische Spiele nach Deutschland kommt. Gut so!
Der Berliner Sportbund-Präsident Thomas Härtel meinte dagegen, man könne aus Anlass des unseligen Jubiläums „ein Zeichen setzen, wohin sich Deutschland entwickelt hat, zu einem demokratischen, friedvollen und weltoffenen Land“. (dpa, sid, SZ 4.6.19)
Olympische Spiele gehören heute in Diktaturen und Autokratien. Davon gibt es ja genug. Die können dann ihre Doping-Spiele durchführen und bekommen auch das erforderliche Geld dafür zusammen.