497: Franziskus will Demut, Bescheidenheit, Dialog und Frieden.

Angesichts des für die katholische Kirche fürchterlichen Skandals um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der 31 Millionen Euro für seinen Bischofssitz ausgibt, wo 5,5 Millionen geplant waren, ist es angebracht, daran zu denken, dass der Limburger Bischof nicht für die ganze katholische Kirche steht. Auch wenn in dem Skandal manche Eigentümlichkeiten katholischer Arkanpolitik deutlich wurden. Und eine verkrustete Hierarchie, in der anscheinend prunksüchtige Protzer den Ton angeben.

Papst Franziskus will etwas anderes, ja, fast das Gegenteil davon (Constanze Reuscher, Die Welt 5.10.13). Und das ist auch für alle Nicht-Katholiken wichtig (wie für mich). Franziskus tritt sehr glaubwürdig ein für Demut, Bescheidenheit, Dialog (auch mit Atheisten) und Frieden („Schluss mit den bewaffneten Konflikten, die die Erde ausbluten. Wir müssen die Hilfeschreie der Opfer von Krieg, Gewalt und Terrorismus erhören, im Heiligen Land, in Syrien, auf der Welt“).

In einem Interview mit dem Gründer und ehemaligen Chefredakteur von „La Republica“, Eugenio Scalfari, sagt Franziskus auf die Frage

„Die Welt“: Werden Sie den Weg des Franziskus (Franz von Assisi, 1181-1226) beschreiten?

Franziskus: Ich habe nicht seine Kraft und seine Weisheit. Aber ich bin der Bischof von Rom und der Papst der Katholiken. Ich habe entschieden, acht Kardinäle zu ernennen, die mich beraten. Es sind keine Höflinge, sondern weise Personen, die meine Gefühle teilen. Das ist der Keim für einen Kirche, die nicht nur hierarchisch, sondern auch horizontal angelegt ist. Als Kardinal Martini den Schwerpunkt auf Konzile und Synoden legte, war er sich bewusst, dass es ein langer und schwieriger Weg werden würde. Vorsichtig schritt er voran, aber entschlossen und zäh.

Der Hamburger Bischof Hans-Jochen Jaschke (Interview von Karsten Kammholz in „Die Welt“ 12.10.13) spricht aus, was viele denken.

„Die Welt“: Wie kann es jetzt weitergehen?

Jaschke: Das ist nicht so leicht abzusehen. Franz-Peter Tebartz-van Elst ist mit Zustimmung des Papstes Bischof geworden. Der Papst wird ihn nicht so schnell absetzen, muss aber doch handeln. Mir tut der Mitbruder in Limburg leid. Ich möchte nicht in seiner Haut stecken. Wie kann der Mann noch schlafen? Aber es geht am Ende nicht um das bischöfliche Seelenheil, sondern das der Menschen.

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