Christoph Neuberger, 55, ist Professor für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt „Medienwandel“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Harald Hordych hat ihn für die SZ (28.1.19) über Fälschungen (Claas Relotius, Tom Kummer et alii) im Journalismus befragt.
SZ: Gehen Sie davon aus, dass Journalisten die Wirklichkeit wiedergeben können?
Neuberger: So einfach würde ich es nicht formulieren. Ich vertrete die Position des kritischen Rationalismus nach Popper (Karl Raimund Popper 1902-1994; W.S.). Der sagt, dass wir über unsere Sinneswahrnehmungen hinaus keinen anderen Zugang zur Realität haben. Das heißt, wir können nie von einer absoluten Gewissheit ausgehen.