Die Grünen gewinnen überzeugend Wahlen in letzter Zeit. Nun sollten wir ihnen die Gelegenheit geben, zu zeigen, was sie wirklich können. Und nicht schon vor lauter Verklemmtheit mosern und hämisch werden. Dem Führungsduo Robert Habeck und Annalena Baerbock ist gelungen, für Vernunft und Entschlossenheit zu werben. Bei Koalitionen zeigen sie sich offen nach allen Seiten. Das hat in Bayern und Hessen geklappt. Die Grünen möchten realistisch und radikal erscheinen.
Auf dem Parteitag in Leipzig störte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Idylle. Er war gar nicht angereist. Aber er sprach sich angesichts einer Vergewaltigung in Freiburg durch Asylbewerber dafür aus, solche „Männerhorden“ nicht mehr gemeinsam unterzubringen und sie „in die Pampa“ zu schicken. So viel Volkstümlichkeit hätten wir Kretschmann doch gar nicht zugetraut. Das neue Machtgefüge bei den Grünen ist noch labil (Stefan Braun, SZ 12.11.18).