474: Russisches Anti-Homosexuellen-Gesetz weckt Interesse an Schwulen wie Peter Tschaikowski und Rudolf Nurejew.

Das schandbare russische Anti-Homosexuellen-Gesetz ruft zur Hetze gegen Schwule auf. Es weckt aber auch Interesse für schwule russische Künstler wie Peter Tschaikowski und Rudolf Nurejew (Tim Neshitow, SZ 5.9.13).

248 Briefe Peter Tschaikowskis (1840-1893), die erst seit 1995 bekannt sind, geben einen Einblick in das Intimleben des Komponisten, das vielen Bewunderern vielleicht gar nicht lieb ist. Dem Komponisten wären sie gewiss nicht angenehm gewesen. Da heißt es in einem Brief an seinen Bruder Modest vom 28. September 1876: „Ich bin die Tage sogar aufs Land gefahren, zu Bulatow, dessen Haus nichts anderes ist als ein päderastisches Bordell. Es reicht aber nicht, dass ich da war – ich habe mich wie eine Katze verliebt in seinen Kutscher!!! Also hast Du völlig recht, wenn Du schreibst, dass man den eigenen Schwächen nicht standhalten kann, allen Schwüren zum Trotz.“

Solche Brief wurden in der Sowjetunion und in Russland bis 1995 unterdrückt. Die Menschen sollten an den „Familienmenschen“ Peter Tschaikowski glauben.

Rudolf Nurejew hat die letzten Jahre seiner großen Karriere in London verbracht. Insofern war sein Privatleben schon bekannter. Er schrieb an seinen Geliebten, den dänischen Tänzer Erik Bruhn: „Du bist das Wesentliche, der Brennpunkt meiner ganzen Welt, nimm mein Leben, wenn Du willst, du, der du mir so lieb und teuer bist, dass ich nicht weiß, was ich dir sonst noch anbieten kann.“

Russische Künstler werden bedroht. Sie trauen sich nicht, Stellung zu beziehen. Auch nicht anlässlich des G 20-Gipfels in St. Petersburg.

 

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